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Geschichte

Kupferstich von Hanau, 1684

Hanau liegt in einer uralten Kulturlandschaft. Die ersten Siedlungsspuren können bereits in die Zeit um 2000 v. Chr. datiert werden. Um 83 n. Chr. errichteten die Römer am Mainübergang ein Kastell mit Zivilsiedlung, aus der sich das der heutige Stadtteil Kesselstadt entwickelte. Kurz nach dem Beginn der christlichen Zeitrechnung war dieser Ort in der Nähe des römischen Grenzwalls Limes, von erheblicher militärischer und wirtschaftlicher Bedeutung.

Mit der Verleihung der Stadt- und Marktrechte im Jahr 1303 beginnt die beurkundete Geschichte der Hanauer Kernstadt.

Einen wichtigen Einschnitt in die Stadtgeschichte markierte die Ansiedlung von wallonischen und niederländischen Glaubensflüchtlingen mit Gründung der Hanauer Neustadt ab 1597 durch Graf Philipp Ludwig II. von Hanau-Münzenberg. Dies brachte der Innenstadt nicht nur ihr typisches schachbrettartiges Straßennetz, sondern machte sie auch zu einer der modernsten Festungen ihrer Zeit. Mit der Gewährung freiheitlicher Rechte gegenüber den Neubürgern war Hanau der Zeit weit voraus, die wirtschaftlichen Impulse der Neustadtgründung waren beachtlich.

1661 wurde in Hanau die erste deutsche Fayence-Manufaktur gegründet. In der Neustadt entstanden bereits davor weitere Fabriken, die vor allem Luxusgüter für die Höfe Europas herstellten. So wurde die Grundlage für den Industriestandort Hanau gelegt. Ab 1678 erschien der "Hanauische Mercurius"; 1725 wurde der "Hanauer Anzeiger", heute eine der ältesten Tageszeitungen der Welt, erstmals gedruckt.

Anfang des 18. Jahrhunderts ließ Graf Philipp Reinhard von Hanau-Lichtenberg vor den Toren der Stadt eine Sommerresidenz nach französischem Vorbild bauen: Schloss Philippsruhe. Ihr »güldenes Zeitalter« erlebten Stadt und Schloss in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, als Erbprinz Wilhelm von Hessen die Grafschaft Hanau als eigenständige Herrschaft regierte.

Er ließ über einer von Kräuterfrauen entdeckten Mineralquelle ab 1777 das Kurbad "Wilhelmsbad" anlegen. Prominente Gäste wie Freiherr von Knigge, Frau Rat Goethe mit ihrem Sohn Johann Wolfgang oder der spätere dritte Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Thomas Jefferson, aber auch allerlei gekrönte Häupter weilten in Wilhelmsbad.

Nach der napoleonischen Zeit war Hanau Keimzelle der kurhessischen Verfassungsbewegung 1830/31 und Zentrum der bürgerlichen Revolution von 1848/49. Im Jahre 1848 wurde in der Stadt der Deutsche Turnerbund gegründet.

Traditioneller Erfindungs- und Pioniergeist trieb die wirtschaftliche Entwicklung Hanaus im 19. Jahrhundert voran. Das hier entwickelte Verfahren zum Schmelzen von Platin und Quarzglas (Wilhelm Carl Heraeus) revolutionierte technische Produktionsprozesse. Auch die ersten pneumatischen Reifen (Dunlop AG) wurden in Hanau hergestellt.

Ein alliierter Luftangriff am Morgen des 19. März 1945 zerstörte die Hanauer Innenstadt, nur wenige Tage vor dem Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und dem Kriegsende, nahezu vollständig.

Beispielhaftes bürgerschaftliches Engagement ließ die Stadt aus Trümmern auferstehen und wieder zum blühenden Mittelpunkt der Region werden. Hanau zählt heute rund 90.000 Einwohner.